Ensaimada auf Mallorca: Was hinter dem traditionellen Gebäck steckt

Wer auf Mallorca unterwegs ist, kommt an ihr eigentlich kaum vorbei: der Ensaimada. Dieses typische, mit Puderzucker bestäubte Gebäck begegnet einem hier wirklich überall – beim Bäcker, im Café und natürlich auch in diesen großen Kartons, die regelmäßig als Mallorca-Mitbringsel im Handgepäck verschwinden.

Seit wir hier leben, gehört die Ensaimada auch bei uns irgendwie zum Alltag dazu. In der Fußgängerzone von Artà gibt es einen kleinen süßen Bäcker, an dessen Schaufenster wir regelmäßig vorbeikommen. Dort stehen die Ensaimadas in großen Glasbehältern und es gibt sie in den verschiedensten Varianten.

Meine Kinder brauchen diese Auswahl allerdings überhaupt nicht. 😄 Ihre Bestellung ist ziemlich eindeutig: die ganz normale Ensaimada mit Puderzucker. Keine Füllung, keine Schokolade, kein Schnickschnack.

Und genau diese kleinen Dinge bringen mich immer wieder dazu, ein bisschen genauer hinzuschauen. Denn obwohl wir Mallorca schon lange kennen, gibt es immer noch so vieles, bei dem ich irgendwann feststelle: Eigentlich weiß ich gar nicht, was dahintersteckt.

So ging es mir auch mit der Ensaimada.

Denn was ich zum Beispiel lange nicht wusste: Der Name verrät bereits eine ihrer wichtigsten Zutaten. Das mallorquinische Wort „saïm“ bedeutet Schweineschmalz – und genau das gehört traditionell in den Teig einer Ensaimada. Hätte man mich vorher gefragt, wäre Schweineschmalz vermutlich nicht unbedingt meine erste Antwort gewesen. 😉

Die klassische ungefüllte Variante nennt sich „Ensaimada de Mallorca lisa“. Daneben gibt es aber unzählige andere Varianten – beispielsweise mit Creme, Schokolade oder „cabell d’àngel“, einer süßen Füllung aus Kürbis.

Und dann gibt es natürlich noch die richtig großen Exemplare. Die werden in den typischen flachen, meist achteckigen Kartons verkauft. Wer am Flughafen einmal darauf achtet, wird vermutlich nicht lange suchen müssen, bis ihm jemand mit einem solchen Karton begegnet.

Früher hätte ich dabei wahrscheinlich gedacht: Typisch Mallorca – noch schnell eine Ensaimada mit nach Hause nehmen.

Heute laufen wir einfach beim Bäcker in Artà vorbei und meine Kinder fragen, ob sie eine bekommen können.

Vielleicht sind es genau solche Kleinigkeiten, an denen man merkt, dass aus einem Urlaubsort langsam Alltag wird.

Mallorca Side Fact:
Die Ensaimada ist also nicht einfach nur ein süßes Teilchen mit Puderzucker. Sie gehört seit Jahrhunderten zur mallorquinischen Backtradition – und hinter ihrer hübschen Schneckenform steckt tatsächlich ein kleines Stück Inselgeschichte.




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