Zwei Wochen Mallorca – zwischen Haussuche, NIE und einem kleinen Vorgeschmack auf unser neues Leben

Nach unserem letzten Aufenthalt auf Mallorca in der Osterzeit waren wir nun wieder für zwei Wochen auf der Insel. Diesmal standen allerdings nicht nur Sonne, Meer und ein bisschen Urlaub auf dem Programm. Im Gegenteil: Unser Aufenthalt war vollgepackt mit Terminen, Besichtigungen, Behördengängen und ganz vielen kleinen Schritten in Richtung unseres großen Plans.

Ich war mit den Kindern ein paar Tage vor meinem Mann angereist. Er kam später nach, sobald es seine Arbeit in Deutschland zuließ. Und kaum waren wir angekommen, ging es auch schon los.

Wir hatten einiges vor: mehrere Hausbesichtigungen, Termine mit verschiedenen Maklern, einen Termin beim Steuerberater wegen der NIE-Nummern und natürlich durfte bei all dem Organisieren auch ein bisschen Familienzeit nicht zu kurz kommen.

Und genau diese Mischung machte die zwei Wochen irgendwie besonders. Einerseits fühlte sich vieles noch nach Urlaub an. Andererseits merkte ich immer deutlicher: Wir sind hier nicht mehr nur auf der Suche nach einem schönen Ferienhaus. Wir planten tatsächlich unser zukünftiges Leben.

Für einen Tag hatten wir gleich vier Hausbesichtigungen geplant. Vier Häuser, vier unterschiedliche Eindrücke – und natürlich jedes Mal die leise Hoffnung: Vielleicht ist es ja dieses.

Das erste Haus hatte uns bereits auf den Fotos sehr angesprochen. Es war hell, schön und preislich wirklich interessant. Vor Ort kam dann allerdings relativ schnell die Ernüchterung. Das Haus war kleiner und enger, als wir es uns vorgestellt hatten, und es gab einiges, das noch hätte gemacht werden müssen.

Natürlich wäre das grundsätzlich kein Drama gewesen. Aber wenn man die Wahl hat, möchte man irgendwann auch einfach einmal irgendwo ankommen können, ohne direkt wieder monatelang auf einer Baustelle zu leben.

Das zweite Haus war dann quasi das komplette Gegenteil: riesig, aber dafür alt und ziemlich renovierungsbedürftig. Es hätte unglaublich viel Arbeit bedeutet. Auch die Aufteilung passte nicht wirklich zu uns.

Ich wusste eigentlich schon beim Rundgang: Das wird es nicht.

Und dann kam Haus Nummer drei.

Ich kann es gar nicht richtig erklären, aber dieses Haus hat uns einfach sofort gepackt. Na gut – zu diesem Zeitpunkt hatte es erst einmal nur mich und die Kinder gepackt, denn mein Mann war noch gar nicht auf der Insel.

Aber schon beim Reinkommen hatte ich dieses Gefühl.

Wow.

Die Größe, die Aufteilung, die Dachterrasse mit einem bombastischen Blick auf Sant Salvador– irgendwie passte alles. Die Kinder waren sofort begeistert und ich war es ehrlich gesagt auch. Ich wusste in diesem Moment eigentlich schon: Das muss Christian sehen.

Das vierte Haus war ebenfalls schön. Auf den Bildern hätte es vielleicht sogar besser ausgesehen als das erste. Aber dieses gewisse Gefühl wollte sich einfach nicht einstellen.

Und genau das hatten wir bei der Immobiliensuche inzwischen gelernt: Es gibt Häuser, oder Wohnungen bei denen man sofort denkt „Das ist es“ – und es gibt die, bei denen man eben nichts fühlt.

Also vereinbarte ich für zwei der Häuser direkt noch einmal Termine, damit mein Mann sie sich ansehen konnte, sobald er auf der Insel angekommen war.

Als Christian endlich auf Mallorca angekommen war, schauten wir uns die beiden Häuser noch einmal gemeinsam an.

Und tatsächlich: Bei einem der beiden war auch er sofort Feuer und Flamme.

Dieses Gefühl war wieder da.

Dieses gemeinsame:

„Das könnte es sein.“

Und genau das war es, wonach wir gesucht hatten.

Noch war natürlich nichts entschieden. Wir wollten nichts überstürzen und mussten schließlich auch finanziell genau rechnen. Aber plötzlich wurde aus unserer Suche etwas viel Konkreteres. Da war tatsächlich ein Haus, in dem wir uns vorstellen konnten, irgendwann zu leben.

Neben der Haussuche stand aber auch einiges an Papierkram auf dem Programm.

Einen Termin beim Steuerberater hatten wir bereits aus Deutschland heraus vereinbart. Wir hatten unsere Unterlagen dabei – übersetzte Dokumente, Pässe und alles, was wir bis dahin zusammengetragen hatten.

Gemeinsam gingen wir die Unterlagen durch, füllten Formulare aus, machten Kopien und unterschrieben.

Am nächsten Tag ging es direkt weiter zum Notar. Dort unterschrieben wir die entsprechenden Vollmachten, damit der Steuerberater in unserem Namen die NIE-Nummern beantragen konnte. Wieder ein Punkt auf unserer langen Liste, den wir abhaken konnten.

Und wieder dieses Gefühl:

Es wird langsam ernst.

Denn plötzlich ging es nicht mehr nur darum, irgendwann einmal auszuwandern. Wir erledigten tatsächlich die Dinge, die man braucht, wenn aus einem Traum ein konkreter Plan werden soll.

Bei all den Terminen durfte natürlich auch das Wichtigste nicht zu kurz kommen: unsere Kinder.

Unser jüngster Sohn hatte während unseres Aufenthalts Geburtstag und wurde drei Jahre alt. Und diesen Tag wollten wir ganz bewusst nicht mit Besichtigungen, Papierkram oder irgendwelchen anderen Verpflichtungen verbringen.

Also hieß es:

Heute ist Pause.

Wir fuhren gemeinsam nach Palma ins Aquarium. Und es tat unglaublich gut. Fische, Seesterne, Haie und jede Menge Unterwasserwelt – die Kinder waren begeistert. Wir konnten einfach mal schauen, staunen, spielen und den ganzen organisatorischen Wahnsinn für ein paar Stunden ausblenden. Anschließend gingen wir noch schön essen und ließen den Tag ganz entspannt ausklingen. Ein rundum schöner Geburtstag und genau das, was wir an diesem Tag gebraucht hatten.

In den darauffolgenden Tagen standen noch zwei weitere Hausbesichtigungen über ein anderes Maklerbüro auf dem Programm.

Auch diese beiden Häuser hätten unterschiedlicher kaum sein können. Das erste war wirklich wunderschön. Grundsätzlich hätte es durchaus infrage kommen können, allerdings fehlte uns am Ende ein Zimmer.

Das zweite Haus war dagegen komplett renovierungsbedürftig. Und als wäre das nicht schon genug gewesen, regnete es ausgerechnet an diesem Tag. Und ja – wir mussten tatsächlich feststellen, dass es auch ins Haus hineinregnete. Damit war dieses Haus dann schnell von unserer Liste verschwunden.

Aber die Besichtigung brachte trotzdem etwas sehr Interessantes mit sich.

Wir kamen mit der Maklerin ins Gespräch und irgendwann ging es natürlich auch um unsere persönliche Situation. Sie fragte uns, ob wir nur für die Ferien oder tatsächlich dauerhaft auf Mallorca leben wollten.

Und da erzählten wir offen von unseren Plänen.

Wir wollten im kommenden Jahr mit unserer Familie nach Mallorca ziehen und waren unter anderem gerade auf der Suche nach einer passenden Schule für die Kinder.

Die Maklerin gab uns daraufhin eine Empfehlung für eine Schule hier im Ort.

Und das Spannende daran war: Genau diese Schule war mir bereits von einer anderen Mutter empfohlen worden.

Ich hatte sie auf einem Spielplatz kennengelernt. Sie war ebenfalls aus Deutschland ausgewandert und ihre Kinder waren ungefähr im gleichen Alter wie unsere.

Zufälle gibt es manchmal eben doch.

Also schrieb ich kurzerhand die Schule an.

Ich stellte uns vor und fragte nach den benötigten Unterlagen, den Anmeldezeiten und den Kosten und tatsächlich dauerte es nur wenige Minuten, bis ich eine unglaublich freundliche Antwort vom Schulleiter bekam.

Alle meine Fragen wurden direkt beantwortet. Wir erklärten, wie lange wir noch auf der Insel waren und fragten einfach, ob wir uns die Schule vielleicht während unseres Aufenthalts anschauen könnten. Und tatsächlich bekamen wir direkt einen Termin für wenige Tage später.

Mein Mann war zu diesem Zeitpunkt schon wieder zurück in Deutschland. Also machte ich mich alleine mit den Kindern auf den Weg.

Der Schulleiter und ein Klassenlehrer empfingen uns sehr herzlich und zeigten uns die Schule.

Es handelte sich um eine sogenannte concertado- Schule. Dies sind grundsätzlich private Schulen in privater Trägerschaft, erhalten aber staatliche bzw. öffentliche Finanzierung. Deshalb liegen sie gewissermaßen zwischen einer öffentlichen und einer vollständig privaten Schule. Für Familien bedeutet das vor allem: Eine concertado-Schule ist in der Regel deutlich günstiger als eine vollständig private Schule. Trotzdem können je nach Schule zusätzliche Kosten entstehen, beispielsweise für bestimmte Angebote, Material, Betreuung oder andere Leistungen. Die konkrete Kostenstruktur sollte man deshalb immer direkt bei der jeweiligen Schule erfragen.

Und was mir besonders gut gefiel:

Beide Kinder hätten dort ihren Platz finden können. Unser Kleiner in der Vorschule, die bereits ab drei Jahren beginnt, und unser Großer im darauffolgenden Jahr in der vierten Klasse. Und das Ganze unter einem Dach – bis hin zur 10. Klasse.

Für uns war das ein riesiger Pluspunkt. Gerade weil die Kinder ohnehin schon mit einer neuen Sprache, einem neuen Land und einem komplett neuen Umfeld konfrontiert sein würden, wollte ich ihnen nicht zusätzlich nach wenigen Jahren wieder einen Schulwechsel zumuten.

Die Schule machte einen unglaublich positiven Eindruck auf mich. Wir durften uns die Klassenräume, Gruppenräume und den Außenbereich anschauen.

Und während ich noch versuchte, mir alles genau anzusehen, war unser Kleiner natürlich schon längst mittendrin. Er marschierte einfach in eine Gruppe hinein und fühlte sich offenbar sofort wohl.

Ich musste ein bisschen schmunzeln. Typisch.

Während ich mir Gedanken über Anmeldeformulare und Schulkonzepte machte, hatte er längst beschlossen, dass das hier eigentlich ganz nett war.

Am Ende der Führung vereinbarten wir, dass wir im Frühjahr – also etwa im April oder Mai, wenn die Anmeldezeit beginnt – noch einmal vorbeikommen würden, um die Unterlagen einzureichen. Die Schule würde die Anmeldung für uns übernehmen. Das fand ich unglaublich angenehm.

Ich hatte zuvor gelesen, dass die Schulanmeldung über eine Online-Plattform abgewickelt wurde. Umso schöner war es, einen persönlichen Ansprechpartner zu haben und das Gefühl zu bekommen, dass wir mit unseren Fragen tatsächlich willkommen waren.

Und dann gab es noch etwas, das mir besonders gutgetan hat:

Einige der Kinder, die wir bereits auf den Spielplätzen kennengelernt hatten, besuchten ebenfalls diese Schule.

Das war für mich ein unglaublich beruhigender Gedanke.

Denn natürlich hatte ich mir Gedanken darüber gemacht, wie unsere Kinder diesen großen Schritt verkraften würden.

Neue Sprache. Neues Land. Neue Schule. Neue Freunde.

Und plötzlich gab es da bereits kleine Verbindungen. Noch nichts Großes. Aber kleine Anknüpfungspunkte. Und manchmal reicht genau das schon.

So langsam neigte sich unser Aufenthalt dem Ende entgegen. Und wenn ich heute auf diese zwei Wochen zurückblicke, war es eigentlich unglaublich, wie viel wir in dieser kurzen Zeit geschafft hatten.

Wir hatten mehrere Häuser besichtigt.

Wir hatten eine konkrete Immobilie gefunden, die sich zumindest schon einmal sehr nach „unserem Haus“ anfühlte.

Wir hatten uns mit verschiedenen Maklern getroffen.

Wir hatten den Steuerberater kennengelernt und die ersten Schritte für die NIE-Nummern erledigt.

Wir hatten eine Schule gefunden, die uns sehr gut gefiel.

Wir hatten neue Menschen kennengelernt.

Und natürlich hatten wir zwischendurch auch einfach Mallorca genossen.

Noch wenige Monate zuvor war Mallorca vor allem ein Traum gewesen.

Ein Gedanke, über den wir abends gesprochen hatten.

Ein „Was wäre, wenn …?“

Natürlich machte mir das alles auch Angst.

Denn je konkreter die Sache wurde, desto größer wurde auch der Respekt vor dem, was vor uns lag.

Ein Umzug mit zwei Kindern.

Ein neues Land.

Eine neue Sprache.

Behördengänge.

Finanzen.

Schule.

Arbeit.

Und ein komplettes Leben, das wir Stück für Stück neu organisieren mussten.

Aber gleichzeitig war da dieses unglaublich schöne Gefühl, dass wir tatsächlich vorankamen.

Mallorca war plötzlich nicht mehr nur der Ort, an dem wir unseren Urlaub verbrachten.

Es begann, sich ein bisschen wie Zuhause anzufühlen.

Und vielleicht war genau das das Schönste an diesen zwei Wochen:

Wir hatten nicht nur Mallorca besucht.

Wir hatten einen kleinen Vorgeschmack darauf bekommen, wie unser zukünftiges Leben dort aussehen könnte.

Und damit war unser Traum wieder ein kleines Stückchen realer geworden. 🌴❤️




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