NIE-Nummer auf Mallorca beantragen – so lief es bei uns

Wer sich etwas länger mit dem Thema Auswandern nach Spanien beschäftigt, stolpert ziemlich schnell über drei Buchstaben, an denen scheinbar kein Weg vorbeiführt: NIE. Auch bei uns stand die Beantragung der NIE-Nummern relativ früh auf der Liste der Dinge, um die wir uns kümmern mussten. Mein Mann war dabei fein raus, denn er hatte seine NIE bereits einige Jahre zuvor bekommen, als wir unsere Wohnung auf Mallorca gekauft hatten. Für die Kinder und mich musste sie allerdings noch beantragt werden.

Die NIE, ausgeschrieben Número de Identidad de Extranjero, ist eine persönliche Identifikationsnummer für Ausländer in Spanien. Und auch wenn sie zunächst nur wie eine weitere Nummer auf irgendeinem Behördendokument klingt, merkt man ziemlich schnell, wie wichtig sie tatsächlich ist. Sie begegnet einem bei ganz unterschiedlichen Dingen – beispielsweise bei Immobiliengeschäften, Verträgen, Bankangelegenheiten und verschiedenen Behördengängen. Für uns war deshalb klar, dass wir uns möglichst früh darum kümmern wollten.

Wir haben die Beantragung allerdings nicht komplett auf eigene Faust erledigt, sondern uns dabei von unserem Steuerberater in Artà unterstützen lassen. Den Termin hatten wir bereits von Deutschland aus vereinbart und wussten vorher, welche Unterlagen wir mitbringen sollten. Das war für uns gerade in dieser Phase eine große Erleichterung, denn unsere To-do-Liste für die Auswanderung war ohnehin schon lang genug.

Für die Beantragung musste außerdem ein Grund angegeben werden, warum wir die NIE-Nummern benötigten. In unserem Fall war das ziemlich eindeutig: Wir planten unseren Umzug nach Artà und waren gerade dabei, eine weitere Immobilie zu erwerben. Genau das haben wir entsprechend angegeben.

Da ich die NIE sowohl für mich als auch für unsere beiden Kinder beantragen musste, hatte ich unsere Unterlagen bereits vorher in Deutschland zusammengesucht. Mitgenommen und beim Steuerberater vorgelegt haben wir unsere Pässe, unsere internationale Eheurkunde sowie die internationalen Geburtsurkunden der Kinder. Um die internationalen Urkunden hatte ich mich bereits im Vorfeld bei den zuständigen Behörden in Deutschland gekümmert, sodass ich sie für unseren Termin auf Mallorca direkt mitnehmen konnte.

Die eigentlichen Anträge mussten wir nicht selbst vorbereiten. Das hat unser Steuerberater komplett für uns übernommen. Er hat die notwendigen Formulare ausgefüllt und alles entsprechend vorbereitet. Wir mussten die fertigen Anträge anschließend nur noch prüfen beziehungsweise unterschreiben.

Da der Steuerberater die weitere Beantragung für uns übernehmen sollte, kam anschließend noch ein Termin beim Notar hinzu. Dort unterschrieben wir die notwendigen Vollmachten, damit die Angelegenheit in unserem Namen weiterbearbeitet werden konnte. Damit war unser eigener Teil der NIE-Beantragung im Wesentlichen erledigt.

Für uns sah die Unterlagenliste also ganz konkret so aus:

Für unsere NIE-Beantragung haben wir vorgelegt:

* unsere Pässe
* unsere internationale Eheurkunde
* die internationalen Geburtsurkunden unserer beiden Kinder
* den Grund für die Beantragung: unser geplanter Umzug nach Artà und der geplante Erwerb einer weiteren Immobilie
* die vom Steuerberater vorbereiteten und von uns unterschriebenen Anträge
* anschließend die beim Notar erteilten Vollmachten für die weitere Abwicklung

Gerade die internationalen Urkunden würde ich rückblickend schon in Deutschland besorgen. Bei einer Auswanderung mit Kindern braucht man solche Dokumente ohnehin immer wieder und es war angenehm, sie bereits griffbereit zu haben, anstatt sich später von Mallorca aus darum kümmern zu müssen.

Natürlich ist unser Weg nur unsere persönliche Erfahrung mit der NIE-Beantragung über einen Steuerberater in Artà. Man kann eine NIE grundsätzlich auch selbst beantragen. Dann muss man sich allerdings auch selbst um die entsprechenden Formulare, Termine und weiteren Schritte kümmern. Welche Unterlagen im jeweiligen Fall erforderlich sind, sollte man vorher noch einmal aktuell bei der zuständigen spanischen Behörde prüfen, denn die Anforderungen können sich je nach persönlicher Situation und Grund der Beantragung unterscheiden.

Für uns war der Weg über unseren Steuerberater definitiv die entspanntere Variante. Natürlich kostet professionelle Unterstützung Geld, aber zu diesem Zeitpunkt jonglierten wir ohnehin schon mit Immobilien, Schule, Versicherungen, Behörden, unserem bevorstehenden Umzug und gefühlt hundert anderen Dingen. Da war ich ehrlich gesagt froh über alles, was wir nicht auch noch selbst herausfinden und organisieren mussten.

Und wieder war ein Punkt auf unserer langen Liste erledigt. Die NIE-Nummer gehört sicherlich nicht zu den aufregenden Dingen einer Auswanderung. Aber genau aus diesen vielen kleinen, ziemlich unspektakulären Schritten wurde unser Plan nach und nach Realität.

Aus einem „Irgendwann leben wir auf Mallorca“ wurde immer mehr ein „Wir machen das jetzt wirklich.“




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